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Blutegel-Therapie

Therapie

Die Blutegel-Therapie

Blutegeltherapie in der Tiermedizin

Der Blutegel (Hirudo) ist ein ganz außergewöhnliches Tier, welches seit 2008 den Status eines Arzneimittels hat. Damit therapiert man also ein Tier (Hund, Katze, Pferd etc) mit einem anderen Tier! Diese Blutegel werden entweder in Rumänien wild gefangen und importiert oder in Deutschland selbst gezüchtet. Da es sich wie gesagt um ein Arzneimittel handelt, sind die Auflagen für Fang, Import und Zucht gewaltig.

Die Tiere müssen alle eine lange Quarantänezeit durchlaufen, bevor sie die Zulassung zur Medizin bekommen.  Auf lange Sicht soll die Zucht stärker unterstützt werden, so dass die Wildfänge immer weniger werden, damit eine stabile Population im Ursprungsland bestehen bleibt.

Ist der denn eklig der Egel?

Sicherlich gibt es Patientenbesitzer, die den Egel eklig finden. Die Patienten selber haben dankenswerterweise gar kein Problem damit, auch nicht wenn die Egel angesetzt werden und ihre Arbeit verrichten, nämlich Blut saugen.

Bei welchen Krankheiten kann der Blutegel eingesetzt werden?

Am schnellsten und am besten bei akuten Hämatomen, Muskelfaserrissen, frischen Operationsnarben, Sehnenschäden etc. Natürlich können auch chronisch veränderte Gelenke behandelt werden, schlecht heilende Wunden, wulstige Narben. Je oberflächlicher die Veränderung, desto schneller ist die Wirkung der Blutegeltherapie.

Woher kommt die heilende Wirkung der Blutegeltherapie?

Der Blutegel hat viele verschiedene Stoffe in seinem Speichel, die auch unterschiedliche Wirkungen haben. Grundsätzlich ist der Blutegel nicht auf der Welt, um andere zu heilen. Die Speichelwirkung ist in erster Linie für seine Futteraufnahme und damit für sein Überleben wichtig. Wäre der Biss beispielsweise sehr schmerzhaft, hätte der Egel niemals eine Chance, über ca. 20 Minuten an seinem Wirtstier zu saugen. Deshalb haben einige Bestandteile des Speichels schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Außerdem möchte der Egel auch eine relativ große Menge an Blut aufnehmen, damit muss der Speichel gerinnungshemmende und durchblutungsfördernde Komponenten haben, da sonst die Blutung der Wunde des Wirtstieres für den Egel zu früh gestoppt werden würde.

All diese für den Egel positiven Eigenschaften nehmen wir auch für die Behandlung heran. Bei jeder Entzündung im Körper, egal ob akut oder chronisch, bedarf es einer verbesserten Durchblutung und Lymphabfluss, ebenso wichtig sind Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Damit ist Hirudo ein ganz tolles Arzneimittel. Lächelnd

Was ist bei einer Blutegeltherapie zu beachten?

Die Wunde, die der Blutegel verursacht blutet, sobald der Egel losgelassen hat. Davor hat Hirudo aber schon eine größere Menge gesaugt. Er kann ca. 8x so viel Blut saugen, wie er Eigengewicht hat. 1g Blutegel saugt bis zu 8ml Blut.

Und jetzt kommt das allerwichtigste: Die Wunde muss nachbluten, und zwar ca. so viel, wie der Egel schon gesaugt hat! Dieses Nachbluten sollte 12 Stunden, besser 20-24 Stunden anhalten. Und NEIN, der Patient verblutet nicht! Aber JA, das kann manchmal nach sehr viel Blut aussehen, was da nachblutet. Im Normalfall wird bei den geegelten Tieren ein Verband angelegt, der das Blut auffangen, aber auf keinen Fall als Druckverband zur Blutstillung dienen soll. 

© 2017 Tierarztpraxis Karin Bührle - Mühlacker-Enzberg