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Haltung

Fütterung und Haltung von Meerschweinchen und Kaninchen

In meiner Praxis werden immer wieder Nager vorgestellt, die an Zahnfehlstellungen, Verdauungsstörungen und/oder Übergewicht leiden. In den allermeisten Fällen ist das Problem in der Fütterung zu suchen. Leider bietet die Industrie mittlerweile Unmengen an Fertigfutter und Leckerlis für Nager an, die eigentlich zu nichts nütze sind, außer dem Tierarzt Geld einzubringen, wenn die kranken Tiere zur Behandlung in die Tierarztpraxis gebracht werden.

Was braucht das Meerschweinchen und das Kaninchen denn überhaupt zu fressen?

Heu, Heu und noch mal Heu! Dies ist das Grundfutter, das jeden Tag angeboten werden muss. Heu sollte ca. ½-2/3 der Tagesration an Futter ausmachen. Stroh kann in kleineren Mengen auch als Raufutter angeboten werden, die Tiere fressen es aber oft nicht so gerne.

Obst und Gemüse darf auch jeden Tag angeboten werden, bei Kräutern sollte man etwas vorsichtiger sein. Petersilie beispielsweise darf wegen der Gefahr der Bildung von Blasensteinen nicht zu häufig und auch nicht zu viel auf einmal verfüttert werden.

Brot kann in getrockneter Form zwischendurch auch mal den Tieren zum Nagen gegeben werden, besser sind aber Zweige von ungespritzten (Obst)Bäumen.

Und wie ist das jetzt mit dem so genannten Hauptfutter, das im Handel angepriesen wird? Genau wie die verschiedenen Leckerlis sind diese Futter völlig überflüssig für Kaninchen und Meerschweinchen. Sie beinhalten jede Menge Inhaltsstoffe, die den Magen-Darm-Trakt und die Leber stark belasten können und die Tiere zu dick werden lassen können.

Außerdem kann es durch falsches Kauen des Futters zu fehlerhaftem Abrieb der Zähne kommen. Zahnspitzen und –haken, sowie fehl gestellte Zähne können daraus resultieren. 

Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen

Nager brauchen Platz. Platz bedeutet nicht nur die Größe des Käfigs, sondern auch die Möglichkeit des Auslaufes.

In den meisten Fällen werden Nager zu zweit gehalten, wobei sich die Konstellation Kaninchen mit Meerschweinchen zusammen oft als unvorteilhaft erwiesen hat. Es kann vorkommen, dass das Schweinchen vom Partner Kaninchen gemobbt wird und  sich dann häufig in sein Unterschlupfhäuschen zurückzieht.

Wenn diese Nager zu mehreren gehalten werden, muss der Käfig oder Stall so groß sein, dass jedes Tier noch einen angemessenen Freiraum für sich hat. Auch wenn die Tiere die meiste Zeit zusammengekuschelt angetroffen werden. Den größten Streit zw. Nagern gibt es immer, wenn einer dem anderen nicht ausweichen kann.

Freilauf sollte trotz großem Käfig/Stall täglich ermöglicht werden. Entweder in einem angemessenen Freigehege oder in einem Zimmer unter Aufsicht. Vorsicht bei frei liegenden Stromkabeln, die werden doch gerne schon mal angeknabbert!

Kaninchen frei im Zimmer zu lassen ist meist kein Problem, da diese Nager sehr schnell stubenrein werden, entweder für Kot- und Urinabsatz zurück in den Käfig gehen, oder an ein (Katzen)klo gewöhnt werden können. Anders ist das bei Meerschweinchen, die haben selten Hemmung wo sie gehen und stehen das Terrain zu verschmutzen J

Wenn die Nager in einem Freigehege sind und dies noch auf der grünen Wiese steht, ist auch ein Teil der täglichen Nahrung über frisches Gras gedeckt. Gräser können natürlich auch für die daheim gebliebenen gepflückt und verfüttert werden.

Als Einstreu für Stall und Käfig hat sich Kleintierstreu (Späne) sehr gut bewährt.  Für Tiere die ganzjährig draußen gehalten werden kann man im Winter zur Wärmedämmung zusätzlich noch Stroh mit in den Stall geben.

© 2017 Tierarztpraxis Karin Bührle - Mühlacker-Enzberg